Das ändert sich 2019

Kindergeld, Mindestlohn, Fahrverbote, WhatsApp...

Mit welchen Änderungen müssen Verbraucher in 2019 rechnen? Die wichtigsten Änderungen haben wir für Sie zusammengefasst.

Änderungen ab Januar 2019

  • Neues zum Rentenpaket ab Januar

    • Änderung der Rentenformel

      Das Absicherungsniveau der gesetzlichen Rente wird bis 2025 konstant gehalten.
      Der Beitragssatz zur Rentenversicherung soll durch die gesetzlichen Regeln bis dahin
      zudem die 20-Prozent-Marke nicht überschreiten. Heute beträgt der Satz 18,6 %.

    • Mütterrente

      Müttern mit Kindern, die vor 1992 geboren sind, wird ab 2019 ein halber Rentenpunkt
      mehr anerkannt. Mütter, deren Kinder nach 1992 geboren sind, werden künftig drei
      Jahre angerechnet.

    • Erwerbsminderungsrente

      Bei der Erwerbsminderungsrente werden die sogenannten Zurechnungszeiten
      ausgedehnt. Wer also einen neuen Antrag auf Erwerbsminderungsrente stellt, wird so
      eingestuft, als hätte er bis zum eigentlichen Renteneintrittsalter gearbeitet.

  • Gesetzlicher Mindestlohn steigt
    Flächendeckend steigt der gesetzliche Mindestlohn von 8,84 Euro auf 9,19 Euro die Stunde. Auch zahlreiche (darüberhinausgehende) branchenspezifische Mindestlöhne steigen 2019, zum Beispiel für Pflegekräfte, Gebäudereiniger und Leiharbeiter.

  • Krankenversicherung
    Die Zusatzbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung werden ab Januar wieder zu gleichen Teilen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen. Außerdem werden Kleinselbstständige künftig entlastet, der monatliche Mindestbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung für Selbstständige wird auf 171 Euro halbiert.

  • Hartz IV
    Der Regelsatz für Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II steigt leicht an. So erhält ein Alleinstehender ab 1. Januar 424 Euro im Monat (plus acht Euro), bei Paaren sind es nun 382 Euro (plus sieben Euro). Die Regelsätze werden jedes Jahr auf Grundlage der Entwicklung von Löhnen und Preisen automatisch angepasst.

  • Arbeitslosenversicherung
    Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung sinkt von drei Prozent auf 2,5 Prozent des Bruttoeinkommens. Wie bisher tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber davon jeweils die Hälfte.

  • Pflegeversicherung
    Der Beitrag zur sozialen Pflegeversicherung soll um 0,5 Prozentpunkte auf 3,05 Prozent des Bruttoeinkommens steigen. Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen diesen Beitrag jeweils zur Hälfte. Für Kinderlose soll weiterhin ein Zuschlag von 0,25 Prozentpunkten gelten. Damit will die Bundesregierung die Pflegekassen stabilisieren und die Personalnot in der Pflege bekämpfen.

  • Pflegepersonal
    Das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz tritt ebenfalls in Kraft und sieht 13.000 neue Stellen in Altenpflegeheimen vor.

  • Strompreise steigen
    Zum Jahreswechsel erhöhen viele Versorger die Strompreise. Zwar sinken die Ökostromumlage und andere staatliche Abgaben, doch die Beschaffungspreise für die Stromanbieter haben sich erhöht. Die höheren Preise werden an die Verbraucher weitergegeben.

  • Verpackungsgesetz
    Das neue Verpackungsgesetz verschärft die Anforderungen an private Haushalte in Deutschland. Es sollen noch mehr Rohstoffe aus Verpackungen, insbesondere aus Kunststoff, zurückgewonnen und wieder verwertet werden.

Änderungen ab Februar 2019

  • Werbung bei Whatsapp
    Der zu Facebook gehörende Messenger-Dienst WhatsApp will ab Februar 2019 erstmals Werbung anzeigen. Die Anzeigen sollen im Statusbereich platziert werden und nicht im Chat-Verlauf.

Änderungen ab März 2019

  • Baukindergeld
    Das Baukindergeld gilt als staatliche Fördermaßnahme für Familien, Eigentum zu erwerben oder zu bauen. Berechtigte Familien erhalten 1.200 Euro pro Jahr pro Kind für einen Zeitraum von maximal zehn Jahren. Die Einkommensgrenze für die geplante Förderung liegt bei einem zu versteuernden Einkommen von 75.000 Euro zuzüglich 15.000 Euro je Kind. Die Förderung ist rückwirkend vom 01.01.2018 an erhältlich und wird voraussichtlich nach der Bearbeitung des Antrags ab März 2019 ausgezahlt.
    Weitere Informationen erhalten Sie unter nachfolgenden Links:
    • Antrag auf Baukindergeld erfolgt bei der KfW
    Mit Baukindergeld und Schwäbisch Hall ins Wohnglück

Änderungen ab Mai 2019

  • Telefonieren ins EU-Ausland
    Die Roaminggebühren für Telefonate, SMS und Surfen mit dem Handy im EU-Ausland sind zwar abgeschafft, doch wer aus der Heimat ins Ausland telefoniert, muss dies bisher teilweise teuer bezahlen. Das soll sich ändern: Voraussichtlich wird es ab dem 15. Mai 2019 Preisobergrenzen geben. Die Gesprächsminute von Handy oder Festnetz soll dann innerhalb der EU maximal 19 Cent kosten, eine SMS höchstens 6 Cent.

  • Neue 100- und 200-Euro-Scheine
    Ab dem 28. Mai 2019 gibt die Europäische Zentralbank neue 100- und 200-Euro-Scheine heraus. Die neuen Banknoten enthalten neue Sicherheitsmerkmale, die Geldfälschern das Leben schwerer machen sollen. Die überarbeitete Generation von Euro-Banknoten ist dann komplett. Praktischer Vorteil für Verbraucher: Die neuen Hunderter und Zweihunderter sind kleiner und passen besser ins Portemonnaie.

Änderungen ab Juli 2019

  • Neues zum Rentenpaket ab Juli 2019

    • Rentenerhöhung

      In Westdeutschland sollen die Renten zum 1.7.2019 voraussichtlich um 3,18 Prozent
      steigen. In den neuen Ländern sollen die Renten im Sommer 2019 voraussichtlich um
      3,91 Prozent steigen. Die Rentenerhöhung folgt unter anderem der guten
      Lohnentwicklung - ist also in erster Linie konjunkturell bedingt.

    • Midijobs

      Die sogenannte Gleitzone zwischen einem Mini- und Midijob wird 2019 ausgeweitet.
      Midijobber dürfen künftig zwischen 450 Euro und 1.300 Euro verdienen (bisher waren
      es 850 Euro) und zahlen dabei reduzierte Sozialversicherungsbeiträge. Dadurch
      sollen Midijobber künftig die gleichen Rentenansprüche erwerben, als hätten sie den
      vollen Arbeitnehmeranteil in die Rentenversicherung einbezahlt.

    • Minijobs

      Als Minijobs gelten geringfügige Beschäftigungen, die regelmäßig mit nicht mehr als
      450 Euro und maximal 5.400 Euro im Jahr entlohnt werden. Wird die Beschäftigung
      kurzfristig und innerhalb einer bestimmten Zeitgrenze ausgeübt, ist die Regelung
      nach Verdienst hinfällig. Diese Zeitgrenze wird, wie schon vor dem Jahr 2015, ab 2019
      wieder angehoben. Innerhalb der Zeitgrenzen ist der Minijob damit vollständig
      beitragsfrei, auch für den Arbeitgeber.

  • Kindergeld und Kinderfreibeträge
    Ab 1. Juli 2019 erhalten Eltern für jedes Kind zehn Euro mehr Kindergeld im Monat.
    Der Kinderfreibetrag, den Eltern ab einem bestimmten Einkommen anstelle des Kindergeldes erhalten, steigt schon ab Januar von 4788 Euro auf 4980 Euro.

  • Warnsignal für E-Autos
    Neue Typen von Elektro- und Hybridautos müssen mit einem akustischen Warnsignal ausgestattet werden, um Fußgänger und Radfahrer besser zu schützen. Bereits bestehende geräuschlose E-Autos dürfen aber zunächst weiter verkauft werden. Erst Mitte 2021 wird der Warnton für alle E-Neuwagen Pflicht.