Länderbericht Afrika

Wissenswerte Informationen zum Handel mit Afrika

Allgemeine Informationen

Kilimandscharo

Afrika ist mit einer Fläche von 30,2 Millionen Quadratkilometern der zweitgrößte Kontinent der Erde. Seine Fläche entspricht etwa 22 % Prozent der gesamten Landfläche des Planeten.  Afrika liegt fast vollständig in den Tropen und ist im Norden umgeben vom Mittelmeer, im Westen vom Atlantik und im Osten vom Indischen Ozean und dem Roten Meer.

Mit einer Bevölkerungszahl von etwa 1,2 Milliarden Einwohnern liegt Afrika auf dem zweiten Platz der bevölkerungsreichsten Kontinente. Die Städte Kairo, Lagos, Kinshasa, Johannesburg und Luanda zählen zu den weltgrößten Ballungsräumen. Der Kontinent ist unterteilt in 54 Staaten, in denen 3.000 verschiedene Bevölkerungsgruppen leben. Dadurch gibt es mehr als 2.000 eigenständige afrikanische Sprachen, von denen 50 als „größere Sprachen“ gelten. Um die Kommunikation mit den vielen „kleinen Sprachen“ zu vereinfachen sind Englisch, Französisch und Portugiesisch in vielen Ländern verbreitete Amts- und Verkehrssprachen.

Wirtschaft

Die wirtschaftliche Entwicklung in Afrika bildet keine homogene Einheit, die Staaten sind unterschiedlich weit entwickelt. Die Infrastruktur ist in großen Teilen des Kontinentes schlecht ausgebaut und unterentwickelt. Dies ist ein Grund warum der interregionale Handel wenig ausgeprägt ist. Für die Zukunft Afrikas ist es aber vor allem wichtig, dass die Stromversorgung ausgebaut wird.

Aktuell entwickeln Staaten in Ostafrika Infrastrukturpläne, bei denen sie in der Umsetzung Hilfe brauchen werden. Zurzeit leistet China mit umfangreichen Finanzmitteln die größte Hilfestellung und zeigt sich bei der Begleitung der Projekte sehr aktiv.

Allerdings gibt es auch wirtschaftlich starke Staaten, die so genannten „Shooting Stars“.  Diese zählen zu den Zukunftsmärkten und nach Angaben des Internationalen Währungsfonds IWF werden sie bis 2020 ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von über 6 Prozent erreichen. Hierzu zählen: Äthiopien, Burkina Faso, Côte d‘Ivoire, Ghana, Kenia, Mosambik, Ruanda, Senegal, Tansania und Uganda.

Überproportional schnell vorangeschritten ist die Digitalisierung in Afrika. Sie führte zu Umbrüchen von historischem Ausmaß. Es wurde nicht auf den teuren Ausbau von Festnetzanschlüssen gesetzt, sondern direkt auf den raschen und flächendeckenden Ausbau des Mobilfunknetzes. Gleichzeitig wurde der mobile Zahlungsverkehr hierin integriert. Der Auf- bzw. Ausbau eines umfangreichen Bankautomaten- und Filialnetzes wäre langwierig und teuer vor allem, aber ineffektiv, da sehr viele Afrikaner weder eine Bankverbindung unterhalten noch ein Konto besitzen.

Ein Handy haben hingegen rund 995 Millionen Afrikaner. Der Siegeszug des Handy-Bezahlsystems begann 2007 in Kenia mit „M-Pesa“, einem Service von Safaricom und dem britischen Mobilfunkanbieter Vodafone, der zuerst dazu diente, Mikrokredite per Handy zu vergeben. Mittlerweile kann man auch Guthaben auf seine Handy-Sim-Karte laden und kann mit diesem Guthaben Rechnungen bezahlen, Überweisungen tätigen, Geld anlegen oder es sich als Bargeld auszahlen lassen.

Allein in Kenia werden zurzeit bspw. 25 Prozent des Bruttoinlandsproduktes über diesen Dienst abgewickelt!

Handel mit Deutschland

Frachtcontainer

Die Bedeutung Afrikas für den deutschen Außenhandel ist bislang gering und im Vergleich zu den 1990er Jahren sogar zurückgegangen. Im Jahr 2016 betrug der Gesamtexport nach Afrika mit 24,5 Mrd. Euro nur 2 Prozent und der Importanteil belief sich mit 16,6 Mrd. Euro auf 1,7 Prozent.


Förderinstitutionen und Förderinstrumente:

Deutsche Außenhandelskammer Afrika (AHK)

Die deutschen Außenhandelskammern sind Institutionen der deutschen Außenwirtschaftsförderung. Sie sind Ansprechpartner für deutsche Unternehmen und Unternehmer beim Markteintritt und Marktausbau ihrer Geschäfte in Afrika. So beraten sie zum Beispiel hinsichtlich der Standort- /Geschäftspartnerwahl und lokalen Marktusancen oder sind behilflich bei der Vermittlung von Rechts- und Steuerberatern.

In Afrika sind sie an 7 Standorten präsent (Angola, Ghana, Kenia, Mosambik, Nigeria und Sambia).

Exportförderung der Bundesrepublik Deutschland durch Exportkreditgarantien

Risikoabsicherung Afrika
Die Abbildung zeigt die Übersicht der Länder Afrikas, für die Risikoabsicherungen über den Bund möglich sind. Die unterschiedliche Farbgebung spiegelt die jeweilige Länderklassifizierung wieder. Diese ist maßgeblich für die Kosten einer Risikoabsicherung. Nähere Informationen hierüber finden Sie hier: https://www.agaportal.de/schnellzugriff/laenderinfo

Staatliche Exportkreditgarantien sind ein zentrales Außenwirtschaftsförderinstrument der Bundesregierung. Sie sichern Exporteure gegen wirtschaftlich oder politisch bedingte Forderungsausfälle ab und ermöglichen in vielen Fällen erst die notwendige Absatzfinanzierung eines Geschäfts.

Die Hermesdeckungen kommen nur dort zum Zuge, wo die private Wirtschaft kein entsprechendes oder ausreichendes Absicherungsangebot zur Verfügung stellt. Folglich konzentriert sich das Geschäft des Bundes auf Exportkreditgarantien für Entwicklungs- und Schwellenländer. Hermesdeckungen helfen schwer zugängliche Märkte zu erschließen und Geschäftsbeziehungen in schwierigen Zeiten aufrechtzuerhalten.

Durch die Übernahme einer Hermesdeckung wird das Risiko eines Zahlungsausfalls vom Exporteur bzw. der finanzierenden Bank zu einem großen Teil auf die Bundesrepublik Deutschland übertragen. Hierfür zahlen die Deckungsnehmer eine risikoadäquate Prämie (Entgelt).

Hermesdeckungen stehen grundsätzlich allen deutschen Exportunternehmen zur Verfügung, unabhängig von der Größe des Unternehmens oder des Geschäfts.

Als besonders förderungswürdig gelten Geschäfte von kleinen und mittelständischen Unternehmen.

EZ-Scout Projekt des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Dieses Projekt wurde von dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit entwickelt und über die Industrie- und Handelskammern in die Fläche zu den Unternehmen gebracht.

Für die hessischen IHKs zeichnet Frau Dr. Susanne Geipert verantwortlich.

Wir haben Frau Dr. Geipert in einem Kurzinterview zu diesem Projekt befragt.