Rückblick Wirtschaftstag 2015

„Wohlstand – Freiheit – Sicherheit: Szenarien für eine Welt im Umbruch“

Mit 55 Unternehmern und Firmenkunden auch dieses Jahr wieder Vertreter der Volksbank Mittelhessen den Wirtschaftstag der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Frankfurt am Main. Hochrangige Vertreter von Politik und Wirtschaft diskutierten aus verschiedenen Blickwinkeln.

So war beispielsweise die Flüchtlingsfrage ein zentrales Thema. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker fordert von den anderen EU-Staaten mehr Solidarität. Eine solidarische Lösung des Flüchtlingsproblems ist nach den Worten Junckers eine Existenzfrage für Europa. Mit Blick auf die geplante Vergemeinschaftung der Einlagensicherung der Banken erklärte der Kommissions-Chef, Volksbanken und Raiffeisenbanken würden nicht „in dem Maße“ tangiert sein wie andere Kreditinstitute. Er wird die nationalen Besonderheiten bei der Reform der Einlagensicherung angemessen berücksichtigen. „Der deutsche Sparer wird nicht geradestehen für Ausfälle in anderen Staaten“, versicherte Juncker. Zuvor hatte der Präsident des Genossenschaftsverbandes Michael Bockelmann die Position der Volksbanken und Raiffeisenbanken verdeutlicht und gefordert, dass sie von der Vergemeinschaftung ausgenommen werden.

Über die Verteilung von Wohlstand diskutierten der hessische Finanzminister Thomas Schäfer und die Fraktionsvorsitzende der Linken Sahra Wagenknecht. Deutschlands Zukunft liege nicht im Billiglohnsektor und in Rentenkürzungen, sondern in Qualität und Innovation. Banker sollten nicht spekulieren, sondern der Realwirtschaft dienen, betonte Wagenknecht. Deutschland sei mit den Genossenschaftsbanken hier gut aufgestellt.

Wirtschaftstag 2015
55 mittelhessische Unternehmer besuchten mit Vertretern der Volksbank Mittelhessen den diesjährigen Wirtschaftstag der Volksbanken und Raiffeisenbanken.

Schäfer plädierte für eine „Agenda 2030“. Zur Sicherung des gesellschaftlichen Wohlstandes seien Reformen dringend erforderlich.

Sascha Lobo – Blogger, Journalist und Strategieberater – ist der Überzeugung, dass auch die Folgen der digitalen Revolution stärker berücksichtigt werden müssen. Die Auswirkungen der digitalen Vernetzung auf die Gesellschaft würden vielfach noch nicht erkannt.

Die Themen Mobilität, Ernährung und städtische Entwicklung seien die zunehmenden Herausforderungen für die BASF, erklärte der Vorstandsvorsitzende des Chemie-Konzerns, Kurt Bock. Chemie sei ein weltweiter Problemlöser und man arbeite heute viel stärker interdisziplinär zusammen, zum Beispiel mit Physikern und Biologen.

Schließlich berichtete der dreimalige Formel-1-Weltmeister, Pilot und Airline-Unternehmer "Niki" Lauda, wie er dank eines Kredits in die Formel 1 einstieg und diesen als Ferrari-Fahrer in vier Jahren zurückgezahlt hat. Später habe er als leidenschaftlicher Pilot eine Airline gegründet. Lauda erläuterte auch, wie er die „Extremsituation“ des Absturzes eines seiner Flugzeuge erlebte.

Nach einem Tag voller interessanter Eindrücke und Themen ließ die Gruppe der Volksbank Mittelhessen den Besuch beim Wirtschaftstag mit einem gemeinsamen Abendessen ausklingen.